Mittwoch, 28. November 2012

Rainer Maria Rilke: Die Treppe der Orangerie

© Charles Guy

Die Treppe der Orangerie
Versailles



Wie Könige die schließlich nur noch schreiten 

fast ohne Ziel, nur um von Zeit zu Zeit 

sich den Verneigenden auf beiden Seiten 

zu zeigen in des Mantels Einsamkeit – : 



so steigt, allein zwischen den Balustraden, 

die sich verneigen schon seit Anbeginn, 

die Treppe: langsam und von Gottes Gnaden 

und auf den Himmel zu und nirgends hin; 



als ob sie allen Folgenden befahl 

zurückzubleiben, – so dass sie nicht wagen 

von ferne nachzugehen; nicht einmal 

die schwere Schleppe durfte einer tragen.


Rainer Maria Rilke